Wählen Sie die Nebenstelle 225...

Oberbergische Volkszeitung von vom 14.11.2015 (Michael-Fiedler-Heinen)
Flüchtlinge: Reichshof setzt auf privaten Wohnraum - Turnhalle nur als Option

Bild: Hoene - Viele wollen helfen, machen sich aber auch Sorgen um den Schul- und Vereinssport in Denklingen.

Wie viele Menschen kommen und woher sie stammen, erfahren Anne Rösel und ihre Kolleginnen und Kollegen meist erst, wenn der Bus mit den Asylbewerbern auf dem Parkplatz vorgefahren ist. Worum die neue Fachbereichsleiterin der Reichshofer Gemeindeverwaltung aber weiß, ist die nach wie vor große Hilfsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung. "Uns werden täglich neue Wohnungen angeboten", sagte Rösel, als es in der jüngsten Bürgerversammlung im Ratssaal eigentlich um die mögliche Nutzung der Denklinger Turnhalle am Bitzenweg ging, die optional als Übergangsbehausung für Flüchtlinge hergerichtet werden soll. "Aber nur für den äußersten Notfall, wenn wir gar nichts anderes mehr haben", sagte Bürgermeister Rüdiger Gennies. Zahlreiche Bürger aus Denklingen und Umgebung waren zu der Versammlung gekommen, Fragen gab es aber nur relativ wenige.

Natürlich galt die Hauptsorge, dass die Sportvereine und die Schulen leiden könnten, wenn die ohnehin in die Jahre gekommene, renovierungsbedürftige Turnhalle auch noch als Unterkunft für Menschen herhalten müsse. Maximal 70 Personen kann dort vorübergehend eine Bleibe geboten werden, die sanitären Anlagen sind bereits so umgebaut, dass Frauen und Männer getrennt duschen können.

Im Moment, und das galt für den Abend der Bürgerversammlung, geht die Gemeinde davon aus, dass die Sporthalle nicht als Notlager benötigt wird, doch die Lage könne sich täglich ändern, "die Zuweisungen erfolgen unberechenbar", wie Anne Rösel meinte.

Selbst wenn täglich Wohnraum angeboten werde, müsse die Gemeinde als Mieter doch zunächst die Eignung prüfen und die Wohnungen eventuell auch noch renovieren. In einem könnten sich potenzielle Vermieter allerdings ganz sicher sein: "Sie bekommen die Wohnung von uns so zurück, wie wir sie übernommen haben. Bieten Sie an, wählen sie im Rathaus die Nebenstelle 225." Ein weiterer Ansprechpartner ist die von Susanne Maaß geleitete Flüchtlingshilfe, die sich nach wie vor über jede Unterstützung freut.


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