Flüchtlingspate werden

Flüchtlingspaten tragen dazu bei, dass sich Flüchtlinge im Alltag besser zurechtfinden können und somit die Möglichkeit erhalten, sich leichter in die Gesellschaft zu integrieren.

Es geht darum, die Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Akzeptanz zu vermitteln. Dies geschieht durch konkrete Alltagsbegleitung in Form von Unterstützung bei Einkäufen, Behördengängen, Arztbesuchen etc., aber auch durch die Verbesserung der Sprachkenntnisse. Das Kennenlernen der Kultur und die gemeinsame Freizeitgestaltung wie z.B. ein Spielplatzbesuch helfen den Menschen in ihrer neuen Lebenswelt anzukommen und die teils traumatischen Erlebnisse besser zu verarbeiten. Darüber hinaus werden durch das gegenseitige Kennenlernen und die Öffentlichkeitsarbeit Vorbehalte und Ängste in der Bevölkerung abgebaut.

Als Pate gehen Sie keinerlei finanzielle Verpflichtung ein, sondern helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv mit Flüchtlingen ihren Alltag in unserer Gemeinde zu erleichtern.

Zur besseren Koordination und optimalen Betreuung der Flüchtlinge werden die Flüchtlingspaten in Reichshof durch drei sogenannte Patenteams für den Bereich Volkenrath/Hunsheim/Eckenhagen, den Bereich Brüchermühle/Denklingen und den Bereich Odenspiel/Wildbergerhütte organisiert. Die Teams kümmern sich gemeinschaftlich um die Flüchtlinge und organisieren und informieren sich selbstständig untereinander. Gegenüber Einzelpersonen können die gut aufgestellten Teams jederzeit sicherstellen, dass alle Flüchtlinge zu jeder Zeit bestmöglich betreut werden.

Wenn Sie Interesse daran haben, selbst als Pate aktiv zu werden, wenden Sie sich bitte direkt an das für Ihren Wohnort zustendige Patenteam (Kontaktdaten siehe rechte Spalte).


Was sollten Sie als Flüchtlingspate mitbringen?

"Interkulturelle Kompetenz"
Ihre Arbeit mit Flüchtlingen wird erleichtert durch Mehrsprachigkeit. Kommunikation funktioniert aber auch durch den Einsatz von Händen und Füßen. Unter „Interkultureller Kompetenz“ versteht man die Fähigkeit, zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen eine Beziehung aufzubauen, Verständnis zu ermöglichen und Menschen einzubeziehen. Das können Sie als Helfer im Alltag auch nonverbal schaffen.

Interkulturelle Kompetenz verlangt von Ihnen als ehrenamtlicher Helfer Respekt, Anerkennung von kultureller Vielfalt und Gelassenheit. Auch Ihre persönlichen Kompetenzen wie Offenheit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion oder Humor erleichtern Ihnen den Zugang zu anderen Menschen.

Sie müssen aber keine Sorge haben. Wir alle lernen im Alltag mit- und voneinander. Wenn Sie sich aber noch besser vorbereiten oder näher mit dem Thema befassen möchten, besteht die Möglichkeit an interkulturellen Trainings unterschiedlicher Anbieter teilzunehmen.

Durch Stolpersteine nicht entmutigen lassen
Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, warum Sie Flüchtlinge unterstützen möchten? Vorüberlegungen zu Ihrer Motivation, Ihren Erwartungen, zu zeitlichen Kapazitäten sind hilfreich, um Enttäuschungen und Überbelastung vorzubeugen.

Wenn Sie sich bereits engagieren und Sie statt Zufriedenheit eher Unbehagen oder Verärgerung spüren, ist es gut, dem auf den Grund zu gehen.

Gerade zu Beginn des Kontaktes ist es ratsam, viel Zeit zum Kennenlernen einzuplanen und Vertrauen aufzubauen. Hören Sie zu und stellen Sie nur behutsam Fragen (nicht ausfragen). Für die meisten Flüchtlinge sind die Signale, dass jemand echtes Interesse zeigt, oft auch neu. Es ist gut, wenn Sie Reaktionen wie Verschlossenheit oder Misstrauen akzeptieren und nicht als persönliche Zurückweisung einordnen.

Rechnen Sie damit, dass im Umgang mit Flüchtlingen Geduld und Ausdauer gefragt sind. Es ist auch wahrscheinlich, dass Sie Verhaltensweisen antreffen, die Ihnen fremd sind oder unangemessen erscheinen.

Wenn Sie festellen, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt oder ihre Ratschläge nicht angenommen werden, kann das viele Gründe habe. Meistens empfiehlt es sich, nicht vorschnell zu urteilen, sondern abzuwarten und zu einem späteren Zeitpunkt auf das Thema zurückzukommen.

Es kann tatsächlich sein, dass Ihnen der Flüchtling, um den Sie sich kümmern, nicht „liegt“. Überlegen Sie lieber noch einmal – und nehmen vielleicht Abschied und starten an anderer Stelle neu.

Auch die eigene „Psychohygiene“ ist wichtig. Scheuen Sie sich nicht, sich mit Ansprechpartnern oder anderen Ehrenamtlichen dazu auszutauschen. Achten Sie immer auch auf sich selbst!

Informationen über die Situation in Herkunftsländern
Im Umgang mit Flüchtlingen kann es hilfreich sein, mehr über das Herkunftsland zu erfahren. Eine Liste mit Links haben wir unter "Interessante Links" zusammengestellt.