Allgemeine Informationen

Wer ist Flüchtling?
Asylsuchende/Asylbewerber sind Menschen, die nach Deutschland geflohen sind und hier einen Antrag auf Anerkennung als ausländischer Flüchtling (Asylantrag) gestellt haben. Sie befinden sich noch im Asylverfahren, es wurde noch keine Entscheidung über ihren Antrag gefällt.

Asylberechtigte im Sinne des Grundgesetzes sind Menschen, die das Asylverfahren individuell mit Erfolg durchlaufen haben. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis (befristete Aufenthaltsgenehmigung).

Flüchtlinge mit Aufenthalt aus weiteren humanitären Gründen sind Menschen, die wegen Gefahr für Leib und Leben oder wegen persönlicher Härtegründe nicht in ihr Herkunftsland abgeschoben werden können. Sie erhalten deshalb eine Aufenthaltserlaubnis nach unterschiedlichen Paragraphen des Aufenthaltsgesetzes. Darunter fallen auch Flüchtlinge aus Kriegsgebieten.

Geduldete Flüchtlinge sind solche Flüchtlinge, deren Abschiebung aus individuellen gesundheitlichen Gründen zurück gestellt wird, oder die zunächst nicht abgeschoben werden können, weil ihre Pässe nicht organisiert werden können.

Kontingentflüchtlinge sind Flüchtlinge, die im Rahmen internationaler Vereinbarungen nach Deutschland als „Kontingent“ übernommen werden und hier – zumindest vorübergehend – eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Sie haben einen ähnlichen Status wie die asyl-anerkannten Flüchtlinge.

Quelle: Ratgeber für das Ehrenamt, Caritas Köln

Ablauf des Asylantrags
In einem Asylantrag sucht ein Flüchtling mündlich oder schriftlich Schutz vor politischer Verfolgung. Der Antrag muss sofort nach Grenzübertritt gestellt werden. Neu ankommende Flüchtlinge werden von der Polizei oder der örtlichen Ausländerbehörde an eine „Zentrale Ausländerbehörde (ZAB)“ weiter geleitet. In Nordrhein-Westfalen sind dies in der Regel Dortmund und Bielefeld. Der Asylsuchende wird dort registriert.

Das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge setzt unmittelbar nach der Asylantragstellung einen „Anhörungstermin“ fest. Die Anhörung beinhaltet Fragen zu Personalien, Fluchtgründen und dem Fluchtweg.

Nach Registrierung des Asylantrags erhält der Flüchtling eine „Aufenthaltsgestattung“, ein Papier, das neben den Personalien das Datum, das Aktenzeichen des Asylantrages und eine Wohnsitzauflage enthält.

Dann wird in einem Verfahren darüber entschieden, ob der Flüchtling in Deutschland bleiben darf oder nicht. Nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge betrug im Jahr 2012 die durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer bei Asylverfahren 12,1 Monate (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

Weitere Informationen: Informationen vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge

Arbeitsverbot
Die Wartefrist für die Arbeitserlaubnis endet für Asylbewerber mit Aufenthaltsgestattung und für Flüchtlinge mit Duldung nach den ersten drei Monaten des Aufenthalts. Danach besteht für beide Gruppen grundsätzlich ein nachrangiger Arbeitsmarktzugang, d. h. weiterhin muss für eine konkrete Beschäftigung eine Erlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt werden, die wiederum die Agentur für Arbeit um Zustimmung anfragen muss. Für eine Zustimmung wird die sog. Vorrangprüfung durchgeführt: Zustimmung nur, wenn keine deutschen oder EU-Bürger für die konkrete Beschäftigung arbeitsuchend gemeldet und vermittelbar sind. Die Vorrangprüfung entfällt spätestens nach einem 15monatigen Aufenthalt oder früher, wenn die Flüchtlingseigenschaft anerkannt wird.

Flüchtlinge haben das Recht auf Unterstützung durch die Agentur für Arbeit, insbesondere auf Beratung und Vermittlung, sobald kein Arbeitsverbot mehr vorliegt.

Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt oder eine Duldung erhalten haben und bedürftig sind, erhalten Sozialleistungen nach dem "Asylbewerberleistungsgesetz".

Schule und Bildung
Flüchtlingskinder haben in Deutschland ein Recht, in die Schule zu gehen. Dafür müssen sie allerdings einige Behördengänge absolvieren. So müssen sie zum Beispiel zur Gesundheitsuntersuchung in das Gesundheitsamt, zur Schule zur Anmeldung und zum Sozialamt, um ein Schülerticket oder Einschulungsbeihilfe zu beantragen.